Fachratgeber · Mai 2026

PV-Kompendium Schleswig-Holstein 2026

Einstrahlungsdaten je Region, Netzbetreiber-Atlas, EEG-Vergütung, Steuern, Förderprogramme und Solarpflicht — geprüfte Fakten mit Quellen für Schleswig-Holstein.

Daniel Mats, Baltic Smart HomeStand: 16. Mai 2026~15 Minuten Lesezeit

Kernaussagen

  • Schleswig-Holstein erreicht 1.015–1.065 kWh/m² Globalstrahlung pro Jahr (DWD-Referenz 1991–2020). 2025 lag der Wert rund 100 kWh/m² über dem Mittel — das beste Strahlungsjahr seit Messbeginn.
  • Eine typische PV-Anlage in Schleswig-Holstein erzeugt 900–1.000 kWh pro kWp und Jahr. Eine 10-kWp-Anlage in Kiel liefert rund 9.500 kWh/Jahr.
  • In SH sind mindestens neun Verteilnetzbetreiber aktiv. Die größte Fläche bedient SH Netz; Kiel, Lübeck (TraveNetz), Flensburg, Neumünster und Norderstedt haben eigene Stadtwerk-Netze.
  • EEG-Vergütung seit 1. Februar 2026 bis 10 kWp: 7,78 ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. 12,34 ct/kWh (Volleinspeisung) — garantiert über 20 Jahre.
  • Seit 29. März 2025 gilt in SH eine Solarpflicht für Neubauten (§26 EWKG). Wohngebäude im Bestand sind nicht betroffen.

1. Einstrahlung in Schleswig-Holstein

Die für Photovoltaik entscheidende Größe ist die Globalstrahlung in kWh/m² pro Jahr — Summe aus direkter Sonneneinstrahlung und diffuser Himmelsstrahlung auf eine waagerechte Fläche. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (DWD), 30-jähriges Mittel der Referenzperiode 1991–2020.

Region in SHGlobalstrahlung (kWh/m²/Jahr)Typischer PV-Ertrag (kWh/kWp/Jahr)
Ostholstein (Fehmarn, Heiligenhafen, Neustadt)1.055–1.065970–1.000
Lauenburg / Stormarn (Mölln, Ratzeburg, Reinbek)1.050–1.060950–990
Hamburg-Rand (Norderstedt, Ahrensburg, Wedel)1.045–1.055950–990
Kiel, Plön, Eckernförde1.030–1.050930–980
Lübeck, Bad Oldesloe, Segeberg1.045–1.055950–980
Pinneberg / Elbmarsch1.045–1.055940–980
Mittlere Westküste (Heide, Itzehoe)1.025–1.040920–960
Nordfriesland (Husum, Sylt, Niebüll)1.015–1.030900–950

Die nominellen Unterschiede zwischen SH-Süd und SH-Nord betragen rund 5 %. Bei einer 10-kWp-Anlage entspricht das typischerweise 300–500 € Mehrertrag pro Jahr zwischen Husum und Heiligenhafen — ein realer, aber kein entscheidender Standortfaktor.

Mythos „im Norden lohnt sich PV nicht"

Schleswig-Holstein hat tatsächlich die geringsten Strahlungswerte Deutschlands (etwa 20 % weniger als der Bodenseeraum). Das ist trotzdem deutlich mehr als in Hamburg-Vororten, wo bundesweit zehntausende PV-Anlagen wirtschaftlich laufen. Die Schwelle der Wirtschaftlichkeit liegt heute bei ca. 850 kWh/kWp — kein einziger SH-Standort unterschreitet sie.

SH profitiert zusätzlich von kühlerem Sommerklima (höhere Modulleistung bei 25 °C), mehr diffuser Strahlung (Vorteil für TOPCon/HJT-Module) und häufigem Regen-/Windwetter (Selbstreinigung der Module).

2. Stadt-Profile: 15 wichtigste Standorte

Datenbasis: Einwohnerzahlen Statistikamt Nord 2024, Strahlung DWD/PVGIS, Netzzuordnung Bundesnetzagentur-Verzeichnis.

StadtKreisEinwohnerPLZkWh/m²Verteilnetzbetreiber
KielLandeshauptstadt246.00024103–241591.040Stadtwerke Kiel Netz GmbH
LübeckLübeck217.00023552–235701.050TraveNetz GmbH
FlensburgFlensburg91.00024937–249441.020Stadtwerke Flensburg GmbH
NeumünsterNeumünster80.00024534–245391.040SWN Netz Neumünster
NorderstedtSegeberg80.00022844–228511.050Stadtwerke Norderstedt
ElmshornPinneberg52.00025335–253371.045SH Netz GmbH
PinnebergPinneberg44.000254211.045SH Netz GmbH
AhrensburgStormarn34.000229261.055SH Netz GmbH
WedelPinneberg34.000228801.050Versorgungsbetriebe Wedel
ItzehoeSteinburg32.000255241.035SH Netz GmbH
GeesthachtHzgt. Lauenburg31.000215021.050Stadtwerke Geesthacht
RendsburgRd.-Eckernförde30.000247681.035SH Netz GmbH
Henstedt-UlzburgSegeberg29.000245581.048SH Netz GmbH
ReinbekStormarn28.000214651.055SH Netz GmbH
Bad OldesloeStormarn25.000238431.050SH Netz GmbH

Wichtig: In Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster, Norderstedt, Wedel und Geesthacht ist die jeweilige Stadtwerk-Netzgesellschaft zuständig — nicht SH Netz. In Umlandgemeinden dieser Städte ist meist wieder SH Netz zuständig; die PLZ ist kein verlässlicher Indikator.

3. Netzbetreiber-Atlas Schleswig-Holstein

NetzbetreiberVersorgungsgebietBearbeitungszeit bis 30 kWp
Schleswig-Holstein Netz GmbH (SH Netz)Großteil des Landes außerhalb der Stadtwerk-Gebiete4–6 Wochen
Stadtwerke Kiel Netz GmbHStadtgebiet Kiel4–8 Wochen
TraveNetz GmbHLübeck, Teile Ostholstein, Bad Schwartau4–8 Wochen
Stadtwerke Flensburg GmbHStadtgebiet Flensburg6–8 Wochen
SWN Netz GmbH (Stadtwerke Neumünster)Stadtgebiet Neumünster4–6 Wochen
Stadtwerke NorderstedtStadtgebiet Norderstedt4–6 Wochen
Versorgungsbetriebe WedelStadtgebiet Wedel4–6 Wochen
Stadtwerke GeesthachtStadtgebiet Geesthacht4–6 Wochen

Anmeldeprozess bei SH Netz (ca. 80 % der SH-Adressen)

  1. Netzverträglichkeitsprüfung / Anmeldung — eingereicht durch eingetragenen Elektrofachbetrieb. Bis 30 kWp Anschlusszusage binnen 14 Tagen.
  2. Installation — Lieferzeit Material 2–6 Wochen, Montage 1–3 Tage.
  3. Fertigmeldung / Inbetriebsetzungsantrag über das Online-Portal. Zählersetzung typischerweise 2–4 Wochen danach.
  4. Marktstammdatenregister-Eintrag binnen 1 Monat nach Inbetriebnahme. Versäumnis kann zur Streichung der Einspeisevergütung führen.

Praxiserfahrung Baltic Smart Home: Die im Markt genannte „4–8-Wochen-Spanne" deckt sich mit unseren Auftragsdaten. Stadtwerk-Netze sind tendenziell schneller bei kleinen Anlagen (≤10 kWp), SH Netz ist konsistenter bei mittelgroßen (10–30 kWp). Verzögerungen entstehen typischerweise durch unvollständige Inbetriebsetzungsprotokolle, nicht durch den Netzbetreiber selbst.

4. EEG-Einspeisevergütung 2026

Sätze für neue Anlagen mit Inbetriebnahme zwischen 1. Februar 2026 und 31. Juli 2026 (Quelle: Bundesnetzagentur):

AnlagengrößeTeileinspeisung (Überschuss)Volleinspeisung
bis 10 kWp7,78 ct/kWh12,34 ct/kWh
> 10 bis 40 kWp6,73 ct/kWh10,28 ct/kWh
> 40 bis 100 kWp5,50 ct/kWh10,35 ct/kWh

Für eine 10-kWp-Anlage mit 30–40 % Eigenverbrauch ergibt die Teileinspeisung in SH einen Einspeise-Erlös von rund 450–600 € pro Jahr (5.500–7.000 kWh × 7,78 ct).

Degression: Halbjährlich −1 % zum 1. Februar und 1. August (§49 EEG 2023). Inbetriebnahme vor 1. August 2026 sichert die Februar-Sätze für 20 Jahre.
Garantiezeit: 20 volle Kalenderjahre plus Inbetriebnahmejahr (§25 EEG 2023).
Direktvermarktungspflicht: Ab 100 kWp; freiwillig wirtschaftlich oft schon ab 30 kWp.

5. Steuern — 0 % USt und Einkommensteuerbefreiung

Umsatzsteuer (§12 Abs. 3 UStG)

Seit 1. Januar 2023 gilt der Nullsteuersatz auf Lieferung und Installation von PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohn- oder öffentlichen Gebäuden. Der Endkundenpreis enthält keine USt. BSH-Angebote für Eigenheime weisen daher Nettopreis = Bruttopreis aus.

Einkommensteuer (§3 Nr. 72 EStG)

PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern bzw. 15 kWp je Wohn-/Gewerbeeinheit auf gemischt genutzten Gebäuden sind einkommensteuerbefreit — sowohl Einspeisevergütung als auch Eigenverbrauchsvorteile. Keine EÜR, keine USt-Voranmeldung, keine Liebhaberei-Prüfung.

Speicher

Stromspeicher fallen unter den 0-%-Satz, wenn sie zusammen mit der PV erworben und montiert werden. Einzeln nachgerüstete Speicher unterliegen 19 % USt.

6. KfW 270, BAFA, IB.SH & kommunale Programme

KfW 270 „Erneuerbare Energien — Standard"

Zinsgünstiger Kredit ab ca. 4,9–5,4 % effektiv (bonitätsabhängig), 5–30 Jahre Laufzeit, kostenfreie Sondertilgung. Kein Zuschuss. In vielen Fällen ist die bestehende Hausbank-Baufinanzierung günstiger — vergleichen lohnt.

BAFA iSFP (individueller Sanierungsfahrplan)

Wer vor der Sanierung einen iSFP erstellen lässt, erhält 80 % Zuschuss auf das Beratungshonorar (max. 1.300 € EFH/ZFH) plus 5 % iSFP-Bonus auf BEG-Förderungen. Reine PV ist nicht über BAFA-BEG förderfähig — der iSFP lohnt vor allem bei Gesamtsanierung PV + Wärmepumpe + Dämmung.

IB.SH (Investitionsbank Schleswig-Holstein)

Zinsgünstige Landesdarlehen ab ca. 1,1 % für Energieeffizienz- und Erneuerbare-Energie-Investitionen. Konditionen variieren — aktuelle Übersicht: ib-sh.de/landesfoerderprogramme.

Eine pauschale Landes-Zuschussförderung für PV-Aufdachanlagen in Privathaushalten existiert in Schleswig-Holstein 2026 nicht. Wer „kostenlose PV durch Förderung" verspricht, irrt oder täuscht.

Kommunale Programme 2026

StadtProgrammStatus 2026
KielKlima-Förderprogramm PV2026 ausgesetzt
LübeckGemeinschaftsförderung Solar (mit Stadtwerken)aktiv 2025/2026
FlensburgKlimapakt-Förderung Solaraktiv, kontingentiert
GeesthachtSolar-Zuschussaktiv

7. §14a EnWG — Steuerbare Verbrauchseinrichtungen

Seit 1. Januar 2024 gilt für neu in Betrieb gehende Geräte ab 4,2 kW elektrischer Leistung (Wärmepumpen, nicht-öffentliche Wallboxen, stationäre Batteriespeicher, Klimageräte): Anmeldepflicht, Dimm-Recht des Netzbetreibers (mindestens 4,2 kW bleiben), Anspruch auf reduziertes Netzentgelt nach Modul 1 oder 2.

Modul 1 (Pauschale)Modul 2 (prozentual)
Höhe110–190 €/Jahr pauschalArbeitspreis Netz auf 40 %, Grundpreis entfällt
Mit dyn. Tarif kombinierbar?NeinJa
Lohnt beigeringem Stromverbrauch (< 4.000 kWh)hohem Verbrauch + dyn. Tarif

Faustregel: Wärmepumpe + Wallbox + Verbrauch > 6.000 kWh/Jahr → mit Modul 2 + dynamischem Tarif typischerweise 250–500 € pro Jahr mehr als mit Modul 1. Modul 3 (zeitvariables Netzentgelt seit 1. April 2025) ist optional mit EMS sinnvoll.

8. Marktstammdatenregister (MaStR)

Pflicht für jede EEG-fähige Anlage (auch Balkonkraftwerk). Frist: 1 Monat nach Inbetriebnahme. Eintragung kostenlos unter marktstammdatenregister.de.

Folge bei Versäumnis: Vollständige Streichung der Einspeisevergütung für die Versäumnisperiode (kein Pardon). Bußgeld bis 50.000 € möglich. Bei Beauftragung durch einen Fachbetrieb wie Baltic Smart Home ist die MaStR-Eintragung im Leistungsumfang enthalten.

9. Solarpflicht in Schleswig-Holstein (§26 EWKG)

GebäudetypPflicht abGeltung
Neubau Wohngebäude29. März 2025 (Übergangsfrist bis 29.03.2026)PV auf geeigneter Dachfläche
Neubau Nichtwohngebäude29. März 2025 (Übergangsfrist bis 29.03.2026)PV auf geeigneter Dachfläche
Dachsanierung Wohngebäudekeine Pflicht
Dachsanierung Nichtwohngebäudebei > 10 % DachflächePV auf erneuerter Fläche
Parkplätzeab 70 Stellplätzen (vorher 100)PV-Überdachung

Alternativen: Solarthermie, PV auf anderer geeigneter Fläche (z. B. Fassade, Carport).
Ausnahmen: wirtschaftliche Unzumutbarkeit, statische / denkmalrechtliche Gründe, fehlende Dacheignung — Nachweispflicht beim Eigentümer.
Bußgeld: bis 50.000 € nach §30 EWKG i. V. m. OWiG.

10. Wirtschaftlichkeit & Preise

Kostenstruktur 2026 (Festpreise BSH, inkl. Montage)

AnlagengrößeSystempreisPro kWp
PV nur (5 kWp)9.999–13.500 €1.999–2.700 €
PV nur (10 kWp)14.500–18.500 €1.450–1.850 €
PV nur (15 kWp)19.000–24.000 €1.270–1.600 €
PV + Speicher (10 kWp / 10 kWh)22.000–29.000 €2.200–2.900 €
PV + Speicher (15 kWp / 15 kWh)29.000–38.000 €1.930–2.530 €

Alle Preise inklusive Modulen, Wechselrichter, Montagesystem, DC-/AC-Installation, Inbetriebnahme, Anmeldung beim Netzbetreiber und MaStR-Eintrag — als Festpreis. Für Privathaushalte mit 0 % USt (§12 Abs. 3 UStG).

Drei Beispielrechnungen (Schleswig-Holstein, Stand Mai 2026)

Reihenhaus 4 Personen — 5 kWp + 5 kWh Speicher

Verbrauch 4.000 kWh/Jahr, Strompreis 36 ct/kWh, Standort Kiel

Investition
ca. 13.500 €
PV-Ertrag
ca. 4.700 kWh/Jahr
Eigenverbrauch
65 % (3.050 kWh)
Einspeise-Erlös
1.650 kWh × 7,78 ct = 128 €
Jährliche Ersparnis
3.050 × 36 ct = 1.098 €/Jahr direkt + 128 € Einspeisung = 1.226 €/Jahr
Amortisation
ca. 11 Jahre

Einfamilienhaus 4 Personen — 10 kWp + 10 kWh Speicher + Wärmepumpe

Verbrauch 8.500 kWh/Jahr inkl. WP, Strompreis 32 ct/kWh (dyn. Tarif), Standort Lübeck

Investition
ca. 26.500 €
PV-Ertrag
ca. 9.500 kWh/Jahr
Eigenverbrauch
70 % (6.650 kWh)
Einspeise-Erlös
2.850 kWh × 7,78 ct = 222 €
Jährliche Ersparnis
6.650 × 32 ct = 2.128 € + 222 € + §14a-Modul-2 ca. 350 € = 2.700 €/Jahr
Amortisation
ca. 9–10 Jahre

Zweifamilienhaus — 15 kWp + 15 kWh Speicher + 2 Wallboxen

Verbrauch 12.000 kWh/Jahr, 2 E-Autos je 8.000 km/Jahr, Standort Ahrensburg

Investition
ca. 36.000 €
PV-Ertrag
ca. 14.300 kWh/Jahr
Eigenverbrauch
60 % (8.580 kWh)
Einspeise-Erlös
5.720 kWh × 6,73 ct = 385 €
Jährliche Ersparnis
8.580 × 33 ct = 2.831 € + 385 € + §14a Modul 2 ca. 500 € = 3.716 €/Jahr
Amortisation
ca. 9 Jahre

Strompreis-Szenarien 2026–2046

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht jährlich den durchschnittlichen Haushalts-Strompreis. Für die Amortisations-Berechnung rechnen wir mit drei Szenarien über die 20-jährige EEG-Garantiezeit:

  • Konservativ (1,5 % Steigerung/Jahr): Strompreis steigt von 36 ct auf 48 ct/kWh in 20 Jahren — Amortisation der oben genannten Beispielanlagen.
  • Trend (3 % Steigerung/Jahr): Strompreis steigt auf 65 ct/kWh — Amortisation 1–2 Jahre früher als oben.
  • Hoch (5 % Steigerung/Jahr): Strompreis steigt auf 95 ct/kWh — Amortisation 3–4 Jahre früher.

Historischer Vergleich: Der Haushalts-Strompreis stieg in Deutschland 2005–2025 im Schnitt um 4,8 % pro Jahr— das deutet auf das mittlere bis hohe Szenario hin.

11. Technik kompakt — Module, Wechselrichter, Speicher

Modul-Technologien im Vergleich

TypWirkungsgradGarantieStärkenSchwächen
PERC (Standard)20–21 %12 J. Produkt / 25 J. Leistunggünstig, ausgereiftauslaufende Technologie
TOPCon22–23 %15–25 J. Produkt / 30 J. Leistunghöherer Ertrag bei Hitze und diffusem Licht — ideal für SHetwas teurer als PERC
HJT (Heterojunction)22,5–24 %25–30 J. Produkt / 30 J. Leistungbestes Temperaturverhalten, höchste Lebensdauerhöchster Preis im Markt

Empfehlung BSH für SH: TOPCon-Module von Trina, LONGi oder AIKO als Standard — bestes Preis-/Leistungs-Verhältnis mit überdurchschnittlich gutem Schwachlicht-Verhalten. HJT (z. B. Meyer Burger) für Premium-Anlagen mit beengten Dachflächen und 30+ Jahren Investitionshorizont.

Wechselrichter — Hybrid, String oder Mikro?

TypEinsatzStärkenSchwächen
String-WechselrichterPV ohne Speicher / klare Dächergünstig, ausgereift, Top-WirkungsgradeSpeicher-Nachrüstung erfordert AC-Kopplung
Hybrid-WechselrichterPV + Speicher in einem Gerätein Gerät für PV/Speicher, beste Effizienz, Notstrom-fähigSpeicher muss zum WR passen
Mikro-WechselrichterTeilverschattung, komplexe Dächermodulgenaues Monitoring, kein Single-Point-of-Failurehöherer Preis und Wartungsaufwand

Stromspeicher — LFP vs. NMC vs. Salzwasser

TechnologieZyklenBrandsicherheitEinsatzMarken
LFP (Lithium-Eisen-Phosphat)6.000–10.000sehr sicher (kein Thermal Runaway)Standard für Hausspeicher 2026BYD, Sigenergy, Huawei LUNA
NMC (Nickel-Mangan-Kobalt)4.000–6.000thermisch anspruchsvollerältere Generationen, auslaufendältere LG, ältere Sonnen
Salzwasser/Natrium-Ion3.000–8.000nicht brennbarNische, sehr robustBlueSky, BlueGen

Empfehlung BSH: LFP-Speicher (BYD HVS/HVM, Sigenergy SigenStor, Huawei LUNA) sind 2026 der unangefochtene Standard für Hausspeicher — höchste Sicherheit, längste Lebensdauer, niedrigste Kosten pro kWh-Zyklus.

Sektorkopplung — PV + Wärmepumpe + Wallbox + EMS

Wer alle vier Komponenten betreibt, hebt den Eigenverbrauch typischerweise von 30 % (PV pur) auf 75–85 % — vor allem durch zeit-/wetterabhängige Steuerung. Voraussetzung: ein Energiemanagement-System (EMS), das Wärmepumpe und Wallbox priorisiert über Solarstrom lädt und mit dynamischem Stromtarif (Tibber, awattar, Octopus) gegen den Spotmarktpreis optimiert.

12. Prozess & Solarteur-Auswahl

Checkliste: 12 Fragen vor Vertragsabschluss

  1. Sind Sie als Elektrofachbetrieb in das Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers (SH Netz/Stadtwerke) eingetragen?
  2. Erfolgt die Montage durch eigene festangestellte Mitarbeiter — oder durch Subunternehmer?
  3. Wer übernimmt die Anmeldung beim Netzbetreiber und die MaStR-Eintragung?
  4. Welche Modul-Hersteller sind im Angebot — und welche Leistungsgarantie (Jahre/Prozent) bietet der Hersteller konkret?
  5. Welcher Wechselrichter-Hersteller (SMA, Fronius, Huawei, KOSTAL, GoodWe) — und welche Garantiezeit?
  6. Ist der Speicher hybrid an den Wechselrichter gekoppelt — oder AC-seitig nachgerüstet?
  7. Wie hoch ist der zugesicherte Jahresertrag (kWh/kWp) für meinen Standort und meine Dachausrichtung?
  8. Beinhaltet das Angebot ein DC-seitiges Überspannungsschutz-Konzept (Typ 1+2)?
  9. Wer übernimmt die Sicherheitstechnische Anmeldung beim Schornsteinfeger (falls Speicher in Wohnbereich)?
  10. Wird der Zählerschrank §14a-konform vorbereitet (steuerbare Verbrauchseinrichtungen)?
  11. Welche Wartungs- und Service-Pakete werden angeboten, zu welchen Konditionen?
  12. Gibt es eine vor-Ort-Begehung mit Aufmaß, oder ist das Angebot auf Datenbasis (Satellit/Foto)?

Typischer Ablauf in 6 Phasen

PhaseDauerInhalt
1. Beratung & Angebot1–2 WochenKostenlose Vor-Ort-Begehung, Heizlast-/Verbrauchsanalyse, Festpreisangebot mit detaillierter Komponentenliste
2. Auftragserteilung & Planung1–2 WochenVertragsabschluss, Elektroplanung, Statikprüfung Dach, Materialbestellung
3. Netzanmeldung2–6 WochenAntrag beim Netzbetreiber, Anschlusszusage
4. Montage1–3 TageGerüstaufbau, Modulmontage, DC-/AC-Verkabelung, Wechselrichter, Speicher
5. Inbetriebnahme & Zählersetzung2–4 WochenInbetriebsetzungsprotokoll, Fertigmeldung, Zwei-Richtungs-Zähler
6. Anmeldung & Übergabe1–2 WochenMaStR-Eintrag, §14a-Anmeldung, Einweisung in Monitoring-App, Garantieunterlagen

Gesamt-Durchlaufzeit: in der Regel 8–16 Wochen von der Beratung bis zur Inbetriebnahme — die größte Variabilität liegt bei Netzanmeldung und Materiallieferzeiten.

Was passiert nach 20 Jahren?

Nach Ablauf der 20-jährigen EEG-Garantiezeit haben Anlagenbetreiber drei Optionen:

  • Weiterbetrieb („Post-EEG"): Strom weiter selbst verbrauchen und Überschuss vermarkten — direkt oder über Stromhändler. Module verlieren typischerweise nur 0,4–0,5 % Leistung pro Jahr und liefern nach 20 Jahren noch ca. 85–90 % der Ausgangsleistung.
  • Repowering: Module gegen neue, leistungsstärkere tauschen — auf gleicher Dachfläche oft 30–50 % mehr Ertrag möglich. Wirtschaftlich vor allem bei Speicher- und Wechselrichter-Tausch in einem Zug.
  • Speicher-Nachrüstung: Falls die Anlage ohne Speicher gebaut wurde, ist 2026 jederzeit AC-seitige Nachrüstung möglich (typisch 6.000–10.000 € für 10 kWh).

Wechselrichter und Speicher haben üblicherweise eine Lebensdauer von 10–20 Jahren und werden während der 20-jährigen EEG-Phase mindestens einmal ersetzt — diese Wartung ist in den Beispielrechnungen konservativ berücksichtigt.

13. Glossar

kWp (Kilowatt peak)

Nennleistung einer PV-Anlage unter Standard-Testbedingungen (1.000 W/m², 25 °C, AM 1,5). 10 kWp Modulfläche ≈ 50–55 m² mit aktuellen Modulen.

kWh (Kilowattstunde)

Energiemenge. 1 kWh = Verbrauch von 1.000 W über 1 Stunde. Eine 10-kWp-Anlage in SH liefert ca. 9.500 kWh/Jahr.

Globalstrahlung

Summe aus direkter und diffuser Sonneneinstrahlung auf eine waagerechte Fläche, in kWh/m² pro Jahr. In SH 1.015–1.065 kWh/m².

Eigenverbrauchsquote

Anteil des PV-Stroms, der direkt im Haushalt verbraucht wird. Typisch 30 % ohne Speicher, 60–70 % mit Speicher.

Autarkiegrad

Anteil des Strombedarfs, der aus PV + Speicher gedeckt wird. Typisch 60–75 % bei sachgerechter Dimensionierung.

MPPT (Maximum Power Point Tracker)

Schaltung im Wechselrichter, die den optimalen Arbeitspunkt der Module dynamisch sucht — mehrere MPPTs ermöglichen unterschiedliche Strings.

String

Reihenschaltung mehrerer Solarmodule, die gemeinsam an einen MPP-Tracker angeschlossen sind.

Volleinspeisung

Variante, bei der der gesamte erzeugte Strom ins Netz eingespeist wird (höhere Vergütung, kein Eigenverbrauch).

Teileinspeisung (Überschusseinspeisung)

Standardvariante: Eigenverbrauch zuerst, Überschuss wird ins Netz eingespeist.

Direktvermarktung

Vermarktung des Stroms am Strommarkt statt EEG-Festvergütung — Pflicht ab 100 kWp.

MaStR (Marktstammdatenregister)

Behördliches Register der Bundesnetzagentur für alle Strom- und Gaserzeugungsanlagen. Pflichteintrag binnen 1 Monat nach Inbetriebnahme.

§14a EnWG

Regelung für steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpe, Wallbox, Speicher ≥ 4,2 kW) — Dimm-Recht des Netzbetreibers gegen reduziertes Netzentgelt.

EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)

Bundesgesetz, regelt u. a. Einspeisevergütung, Garantiezeit (20 Jahre) und Degression.

EWKG

Energiewende- und Klimaschutzgesetz Schleswig-Holstein. §26 regelt die PV-Pflicht für Neubauten.

Hybrid-Wechselrichter

Wechselrichter, der PV-Module und Batteriespeicher in einem Gerät verwaltet — höhere Effizienz, Notstrom-fähig.

LFP (Lithium-Eisen-Phosphat)

Akku-Chemie für Stromspeicher. Vorteile: hohe Sicherheit (kein Thermal Runaway), 6.000–10.000 Zyklen, lange Lebensdauer.

TOPCon

Modul-Technologie (Tunnel Oxide Passivated Contact), 22–23 % Wirkungsgrad, bessere Performance bei Hitze und diffusem Licht.

HJT (Heterojunction)

Modul-Technologie mit kristallinen und amorphen Schichten, 22,5–24 % Wirkungsgrad, beste Temperaturkoeffizienten.

Notstrom / Ersatzstrom

Notstrom = manueller Inselbetrieb bei Netzausfall; Ersatzstrom = automatische Umschaltung über Backup-Box (ca. 1–3 Sek. Lücke).

Sektorkopplung

Verknüpfung Strom + Wärme + Mobilität (PV + Wärmepumpe + Wallbox) über ein Energiemanagementsystem zur Maximierung des Eigenverbrauchs.

Häufige Fragen

Wie viel Strom produziert eine 10-kWp-PV-Anlage in Kiel pro Jahr?

Eine sachgerecht ausgelegte 10-kWp-Anlage in Kiel produziert pro Jahr rund 9.300–9.800 kWh (Globalstrahlung 1.040 kWh/m², spezifischer Ertrag ca. 930–980 kWh/kWp). Quelle: DWD-Strahlungsklimatologie sowie Auftragsdaten Baltic Smart Home 2023–2025.

Welcher Netzbetreiber ist in Lübeck zuständig?

In Lübeck ist die TraveNetz GmbH für den PV-Anschluss zuständig, nicht SH Netz. TraveNetz ist eine Tochter der Stadtwerke Lübeck.

Wie lange dauert die PV-Anmeldung in Schleswig-Holstein?

Vom Anmeldeantrag bis zur Zählersetzung dauert es bei SH Netz typischerweise 4–6 Wochen, bei Stadtwerk-Netzen wie Kiel, Lübeck oder Flensburg 4–8 Wochen für Anlagen bis 30 kWp.

Lohnt sich Photovoltaik in Schleswig-Holstein überhaupt?

Ja. Schleswig-Holstein liegt mit 1.015–1.065 kWh/m² pro Jahr Globalstrahlung etwa 20 Prozent unter den Spitzenwerten Süddeutschlands, aber deutlich über der Wirtschaftlichkeitsschwelle von ca. 850 kWh/kWp. Eine Standard-Anlage amortisiert sich in Schleswig-Holstein in 9–12 Jahren.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026 für eine 10-kWp-PV-Anlage?

Für eine 10-kWp-Anlage mit Inbetriebnahme zwischen 1. Februar und 31. Juli 2026 beträgt die Vergütung 7,78 ct/kWh bei Teileinspeisung und 12,34 ct/kWh bei Volleinspeisung. Die Vergütung ist über 20 Kalenderjahre garantiert.

Gibt es 2026 eine Landesförderung für Photovoltaik in Schleswig-Holstein?

Nein, eine direkte Landes-Zuschussförderung für PV-Anlagen auf Privathäusern gibt es 2026 nicht. Nutzbar sind KfW 270 als Kredit, IB.SH-Landesdarlehen ab 1,1 Prozent sowie kommunale Programme in Lübeck, Flensburg und Geesthacht. Das Kieler Programm wurde für 2026 ausgesetzt.

Muss ich für eine PV-Anlage 2026 Mehrwertsteuer zahlen?

Nein. Seit 1. Januar 2023 gilt der Nullsteuersatz auf Lieferung und Installation von PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden nach §12 Abs. 3 UStG. Der Endkundenpreis enthält keine Umsatzsteuer.

Gilt in Schleswig-Holstein eine Solarpflicht?

Ja. Seit dem 29. März 2025 gilt nach §26 EWKG eine PV-Pflicht für Neubauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden sowie für Nichtwohngebäude bei Dachsanierungen über 10 Prozent Fläche. Für Wohngebäude im Bestand besteht keine Pflicht. Die Übergangsfrist endete am 29. März 2026.

Was ist die §14a-Pauschale für Wärmepumpe und Wallbox?

§14a EnWG gewährt für steuerbare Verbrauchseinrichtungen wahlweise eine pauschale Netzentgelt-Reduktion (Modul 1, 110–190 Euro pro Jahr und Gerät) oder eine prozentuale Reduktion auf 40 Prozent des Arbeitspreises (Modul 2). Modul 2 ist mit dynamischen Tarifen kombinierbar.

Was passiert, wenn ich meine PV-Anlage nicht im Marktstammdatenregister eintrage?

Bei Versäumnis der MaStR-Eintragung (Frist: 1 Monat nach Inbetriebnahme) entfällt die Einspeisevergütung für die gesamte Versäumnisperiode. Zusätzlich kann ein Bußgeld bis 50.000 Euro verhängt werden.

Quellen

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