Kernaussagen
- Schleswig-Holstein erreicht 1.015–1.065 kWh/m² Globalstrahlung pro Jahr (DWD-Referenz 1991–2020). 2025 lag der Wert rund 100 kWh/m² über dem Mittel — das beste Strahlungsjahr seit Messbeginn.
- Eine typische PV-Anlage in Schleswig-Holstein erzeugt 900–1.000 kWh pro kWp und Jahr. Eine 10-kWp-Anlage in Kiel liefert rund 9.500 kWh/Jahr.
- In SH sind mindestens neun Verteilnetzbetreiber aktiv. Die größte Fläche bedient SH Netz; Kiel, Lübeck (TraveNetz), Flensburg, Neumünster und Norderstedt haben eigene Stadtwerk-Netze.
- EEG-Vergütung seit 1. Februar 2026 bis 10 kWp: 7,78 ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. 12,34 ct/kWh (Volleinspeisung) — garantiert über 20 Jahre.
- Seit 29. März 2025 gilt in SH eine Solarpflicht für Neubauten (§26 EWKG). Wohngebäude im Bestand sind nicht betroffen.
1. Einstrahlung in Schleswig-Holstein
Die für Photovoltaik entscheidende Größe ist die Globalstrahlung in kWh/m² pro Jahr — Summe aus direkter Sonneneinstrahlung und diffuser Himmelsstrahlung auf eine waagerechte Fläche. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (DWD), 30-jähriges Mittel der Referenzperiode 1991–2020.
| Region in SH | Globalstrahlung (kWh/m²/Jahr) | Typischer PV-Ertrag (kWh/kWp/Jahr) |
|---|---|---|
| Ostholstein (Fehmarn, Heiligenhafen, Neustadt) | 1.055–1.065 | 970–1.000 |
| Lauenburg / Stormarn (Mölln, Ratzeburg, Reinbek) | 1.050–1.060 | 950–990 |
| Hamburg-Rand (Norderstedt, Ahrensburg, Wedel) | 1.045–1.055 | 950–990 |
| Kiel, Plön, Eckernförde | 1.030–1.050 | 930–980 |
| Lübeck, Bad Oldesloe, Segeberg | 1.045–1.055 | 950–980 |
| Pinneberg / Elbmarsch | 1.045–1.055 | 940–980 |
| Mittlere Westküste (Heide, Itzehoe) | 1.025–1.040 | 920–960 |
| Nordfriesland (Husum, Sylt, Niebüll) | 1.015–1.030 | 900–950 |
Die nominellen Unterschiede zwischen SH-Süd und SH-Nord betragen rund 5 %. Bei einer 10-kWp-Anlage entspricht das typischerweise 300–500 € Mehrertrag pro Jahr zwischen Husum und Heiligenhafen — ein realer, aber kein entscheidender Standortfaktor.
Mythos „im Norden lohnt sich PV nicht"
Schleswig-Holstein hat tatsächlich die geringsten Strahlungswerte Deutschlands (etwa 20 % weniger als der Bodenseeraum). Das ist trotzdem deutlich mehr als in Hamburg-Vororten, wo bundesweit zehntausende PV-Anlagen wirtschaftlich laufen. Die Schwelle der Wirtschaftlichkeit liegt heute bei ca. 850 kWh/kWp — kein einziger SH-Standort unterschreitet sie.
SH profitiert zusätzlich von kühlerem Sommerklima (höhere Modulleistung bei 25 °C), mehr diffuser Strahlung (Vorteil für TOPCon/HJT-Module) und häufigem Regen-/Windwetter (Selbstreinigung der Module).
2. Stadt-Profile: 15 wichtigste Standorte
Datenbasis: Einwohnerzahlen Statistikamt Nord 2024, Strahlung DWD/PVGIS, Netzzuordnung Bundesnetzagentur-Verzeichnis.
| Stadt | Kreis | Einwohner | PLZ | kWh/m² | Verteilnetzbetreiber |
|---|---|---|---|---|---|
| Kiel | Landeshauptstadt | 246.000 | 24103–24159 | 1.040 | Stadtwerke Kiel Netz GmbH |
| Lübeck | Lübeck | 217.000 | 23552–23570 | 1.050 | TraveNetz GmbH |
| Flensburg | Flensburg | 91.000 | 24937–24944 | 1.020 | Stadtwerke Flensburg GmbH |
| Neumünster | Neumünster | 80.000 | 24534–24539 | 1.040 | SWN Netz Neumünster |
| Norderstedt | Segeberg | 80.000 | 22844–22851 | 1.050 | Stadtwerke Norderstedt |
| Elmshorn | Pinneberg | 52.000 | 25335–25337 | 1.045 | SH Netz GmbH |
| Pinneberg | Pinneberg | 44.000 | 25421 | 1.045 | SH Netz GmbH |
| Ahrensburg | Stormarn | 34.000 | 22926 | 1.055 | SH Netz GmbH |
| Wedel | Pinneberg | 34.000 | 22880 | 1.050 | Versorgungsbetriebe Wedel |
| Itzehoe | Steinburg | 32.000 | 25524 | 1.035 | SH Netz GmbH |
| Geesthacht | Hzgt. Lauenburg | 31.000 | 21502 | 1.050 | Stadtwerke Geesthacht |
| Rendsburg | Rd.-Eckernförde | 30.000 | 24768 | 1.035 | SH Netz GmbH |
| Henstedt-Ulzburg | Segeberg | 29.000 | 24558 | 1.048 | SH Netz GmbH |
| Reinbek | Stormarn | 28.000 | 21465 | 1.055 | SH Netz GmbH |
| Bad Oldesloe | Stormarn | 25.000 | 23843 | 1.050 | SH Netz GmbH |
Wichtig: In Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster, Norderstedt, Wedel und Geesthacht ist die jeweilige Stadtwerk-Netzgesellschaft zuständig — nicht SH Netz. In Umlandgemeinden dieser Städte ist meist wieder SH Netz zuständig; die PLZ ist kein verlässlicher Indikator.
3. Netzbetreiber-Atlas Schleswig-Holstein
| Netzbetreiber | Versorgungsgebiet | Bearbeitungszeit bis 30 kWp |
|---|---|---|
| Schleswig-Holstein Netz GmbH (SH Netz) | Großteil des Landes außerhalb der Stadtwerk-Gebiete | 4–6 Wochen |
| Stadtwerke Kiel Netz GmbH | Stadtgebiet Kiel | 4–8 Wochen |
| TraveNetz GmbH | Lübeck, Teile Ostholstein, Bad Schwartau | 4–8 Wochen |
| Stadtwerke Flensburg GmbH | Stadtgebiet Flensburg | 6–8 Wochen |
| SWN Netz GmbH (Stadtwerke Neumünster) | Stadtgebiet Neumünster | 4–6 Wochen |
| Stadtwerke Norderstedt | Stadtgebiet Norderstedt | 4–6 Wochen |
| Versorgungsbetriebe Wedel | Stadtgebiet Wedel | 4–6 Wochen |
| Stadtwerke Geesthacht | Stadtgebiet Geesthacht | 4–6 Wochen |
Anmeldeprozess bei SH Netz (ca. 80 % der SH-Adressen)
- Netzverträglichkeitsprüfung / Anmeldung — eingereicht durch eingetragenen Elektrofachbetrieb. Bis 30 kWp Anschlusszusage binnen 14 Tagen.
- Installation — Lieferzeit Material 2–6 Wochen, Montage 1–3 Tage.
- Fertigmeldung / Inbetriebsetzungsantrag über das Online-Portal. Zählersetzung typischerweise 2–4 Wochen danach.
- Marktstammdatenregister-Eintrag binnen 1 Monat nach Inbetriebnahme. Versäumnis kann zur Streichung der Einspeisevergütung führen.
Praxiserfahrung Baltic Smart Home: Die im Markt genannte „4–8-Wochen-Spanne" deckt sich mit unseren Auftragsdaten. Stadtwerk-Netze sind tendenziell schneller bei kleinen Anlagen (≤10 kWp), SH Netz ist konsistenter bei mittelgroßen (10–30 kWp). Verzögerungen entstehen typischerweise durch unvollständige Inbetriebsetzungsprotokolle, nicht durch den Netzbetreiber selbst.
4. EEG-Einspeisevergütung 2026
Sätze für neue Anlagen mit Inbetriebnahme zwischen 1. Februar 2026 und 31. Juli 2026 (Quelle: Bundesnetzagentur):
| Anlagengröße | Teileinspeisung (Überschuss) | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,78 ct/kWh | 12,34 ct/kWh |
| > 10 bis 40 kWp | 6,73 ct/kWh | 10,28 ct/kWh |
| > 40 bis 100 kWp | 5,50 ct/kWh | 10,35 ct/kWh |
Für eine 10-kWp-Anlage mit 30–40 % Eigenverbrauch ergibt die Teileinspeisung in SH einen Einspeise-Erlös von rund 450–600 € pro Jahr (5.500–7.000 kWh × 7,78 ct).
Degression: Halbjährlich −1 % zum 1. Februar und 1. August (§49 EEG 2023). Inbetriebnahme vor 1. August 2026 sichert die Februar-Sätze für 20 Jahre.
Garantiezeit: 20 volle Kalenderjahre plus Inbetriebnahmejahr (§25 EEG 2023).
Direktvermarktungspflicht: Ab 100 kWp; freiwillig wirtschaftlich oft schon ab 30 kWp.
5. Steuern — 0 % USt und Einkommensteuerbefreiung
Umsatzsteuer (§12 Abs. 3 UStG)
Seit 1. Januar 2023 gilt der Nullsteuersatz auf Lieferung und Installation von PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohn- oder öffentlichen Gebäuden. Der Endkundenpreis enthält keine USt. BSH-Angebote für Eigenheime weisen daher Nettopreis = Bruttopreis aus.
Einkommensteuer (§3 Nr. 72 EStG)
PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern bzw. 15 kWp je Wohn-/Gewerbeeinheit auf gemischt genutzten Gebäuden sind einkommensteuerbefreit — sowohl Einspeisevergütung als auch Eigenverbrauchsvorteile. Keine EÜR, keine USt-Voranmeldung, keine Liebhaberei-Prüfung.
Speicher
Stromspeicher fallen unter den 0-%-Satz, wenn sie zusammen mit der PV erworben und montiert werden. Einzeln nachgerüstete Speicher unterliegen 19 % USt.
6. KfW 270, BAFA, IB.SH & kommunale Programme
KfW 270 „Erneuerbare Energien — Standard"
Zinsgünstiger Kredit ab ca. 4,9–5,4 % effektiv (bonitätsabhängig), 5–30 Jahre Laufzeit, kostenfreie Sondertilgung. Kein Zuschuss. In vielen Fällen ist die bestehende Hausbank-Baufinanzierung günstiger — vergleichen lohnt.
BAFA iSFP (individueller Sanierungsfahrplan)
Wer vor der Sanierung einen iSFP erstellen lässt, erhält 80 % Zuschuss auf das Beratungshonorar (max. 1.300 € EFH/ZFH) plus 5 % iSFP-Bonus auf BEG-Förderungen. Reine PV ist nicht über BAFA-BEG förderfähig — der iSFP lohnt vor allem bei Gesamtsanierung PV + Wärmepumpe + Dämmung.
IB.SH (Investitionsbank Schleswig-Holstein)
Zinsgünstige Landesdarlehen ab ca. 1,1 % für Energieeffizienz- und Erneuerbare-Energie-Investitionen. Konditionen variieren — aktuelle Übersicht: ib-sh.de/landesfoerderprogramme.
Eine pauschale Landes-Zuschussförderung für PV-Aufdachanlagen in Privathaushalten existiert in Schleswig-Holstein 2026 nicht. Wer „kostenlose PV durch Förderung" verspricht, irrt oder täuscht.
Kommunale Programme 2026
| Stadt | Programm | Status 2026 |
|---|---|---|
| Kiel | Klima-Förderprogramm PV | 2026 ausgesetzt |
| Lübeck | Gemeinschaftsförderung Solar (mit Stadtwerken) | aktiv 2025/2026 |
| Flensburg | Klimapakt-Förderung Solar | aktiv, kontingentiert |
| Geesthacht | Solar-Zuschuss | aktiv |
7. §14a EnWG — Steuerbare Verbrauchseinrichtungen
Seit 1. Januar 2024 gilt für neu in Betrieb gehende Geräte ab 4,2 kW elektrischer Leistung (Wärmepumpen, nicht-öffentliche Wallboxen, stationäre Batteriespeicher, Klimageräte): Anmeldepflicht, Dimm-Recht des Netzbetreibers (mindestens 4,2 kW bleiben), Anspruch auf reduziertes Netzentgelt nach Modul 1 oder 2.
| Modul 1 (Pauschale) | Modul 2 (prozentual) | |
|---|---|---|
| Höhe | 110–190 €/Jahr pauschal | Arbeitspreis Netz auf 40 %, Grundpreis entfällt |
| Mit dyn. Tarif kombinierbar? | Nein | Ja |
| Lohnt bei | geringem Stromverbrauch (< 4.000 kWh) | hohem Verbrauch + dyn. Tarif |
Faustregel: Wärmepumpe + Wallbox + Verbrauch > 6.000 kWh/Jahr → mit Modul 2 + dynamischem Tarif typischerweise 250–500 € pro Jahr mehr als mit Modul 1. Modul 3 (zeitvariables Netzentgelt seit 1. April 2025) ist optional mit EMS sinnvoll.
8. Marktstammdatenregister (MaStR)
Pflicht für jede EEG-fähige Anlage (auch Balkonkraftwerk). Frist: 1 Monat nach Inbetriebnahme. Eintragung kostenlos unter marktstammdatenregister.de.
Folge bei Versäumnis: Vollständige Streichung der Einspeisevergütung für die Versäumnisperiode (kein Pardon). Bußgeld bis 50.000 € möglich. Bei Beauftragung durch einen Fachbetrieb wie Baltic Smart Home ist die MaStR-Eintragung im Leistungsumfang enthalten.
9. Solarpflicht in Schleswig-Holstein (§26 EWKG)
| Gebäudetyp | Pflicht ab | Geltung |
|---|---|---|
| Neubau Wohngebäude | 29. März 2025 (Übergangsfrist bis 29.03.2026) | PV auf geeigneter Dachfläche |
| Neubau Nichtwohngebäude | 29. März 2025 (Übergangsfrist bis 29.03.2026) | PV auf geeigneter Dachfläche |
| Dachsanierung Wohngebäude | — | keine Pflicht |
| Dachsanierung Nichtwohngebäude | bei > 10 % Dachfläche | PV auf erneuerter Fläche |
| Parkplätze | ab 70 Stellplätzen (vorher 100) | PV-Überdachung |
Alternativen: Solarthermie, PV auf anderer geeigneter Fläche (z. B. Fassade, Carport).
Ausnahmen: wirtschaftliche Unzumutbarkeit, statische / denkmalrechtliche Gründe, fehlende Dacheignung — Nachweispflicht beim Eigentümer.
Bußgeld: bis 50.000 € nach §30 EWKG i. V. m. OWiG.
10. Wirtschaftlichkeit & Preise
Kostenstruktur 2026 (Festpreise BSH, inkl. Montage)
| Anlagengröße | Systempreis | Pro kWp |
|---|---|---|
| PV nur (5 kWp) | 9.999–13.500 € | 1.999–2.700 € |
| PV nur (10 kWp) | 14.500–18.500 € | 1.450–1.850 € |
| PV nur (15 kWp) | 19.000–24.000 € | 1.270–1.600 € |
| PV + Speicher (10 kWp / 10 kWh) | 22.000–29.000 € | 2.200–2.900 € |
| PV + Speicher (15 kWp / 15 kWh) | 29.000–38.000 € | 1.930–2.530 € |
Alle Preise inklusive Modulen, Wechselrichter, Montagesystem, DC-/AC-Installation, Inbetriebnahme, Anmeldung beim Netzbetreiber und MaStR-Eintrag — als Festpreis. Für Privathaushalte mit 0 % USt (§12 Abs. 3 UStG).
Drei Beispielrechnungen (Schleswig-Holstein, Stand Mai 2026)
Reihenhaus 4 Personen — 5 kWp + 5 kWh Speicher
Verbrauch 4.000 kWh/Jahr, Strompreis 36 ct/kWh, Standort Kiel
- Investition
- ca. 13.500 €
- PV-Ertrag
- ca. 4.700 kWh/Jahr
- Eigenverbrauch
- 65 % (3.050 kWh)
- Einspeise-Erlös
- 1.650 kWh × 7,78 ct = 128 €
- Jährliche Ersparnis
- 3.050 × 36 ct = 1.098 €/Jahr direkt + 128 € Einspeisung = 1.226 €/Jahr
- Amortisation
- ca. 11 Jahre
Einfamilienhaus 4 Personen — 10 kWp + 10 kWh Speicher + Wärmepumpe
Verbrauch 8.500 kWh/Jahr inkl. WP, Strompreis 32 ct/kWh (dyn. Tarif), Standort Lübeck
- Investition
- ca. 26.500 €
- PV-Ertrag
- ca. 9.500 kWh/Jahr
- Eigenverbrauch
- 70 % (6.650 kWh)
- Einspeise-Erlös
- 2.850 kWh × 7,78 ct = 222 €
- Jährliche Ersparnis
- 6.650 × 32 ct = 2.128 € + 222 € + §14a-Modul-2 ca. 350 € = 2.700 €/Jahr
- Amortisation
- ca. 9–10 Jahre
Zweifamilienhaus — 15 kWp + 15 kWh Speicher + 2 Wallboxen
Verbrauch 12.000 kWh/Jahr, 2 E-Autos je 8.000 km/Jahr, Standort Ahrensburg
- Investition
- ca. 36.000 €
- PV-Ertrag
- ca. 14.300 kWh/Jahr
- Eigenverbrauch
- 60 % (8.580 kWh)
- Einspeise-Erlös
- 5.720 kWh × 6,73 ct = 385 €
- Jährliche Ersparnis
- 8.580 × 33 ct = 2.831 € + 385 € + §14a Modul 2 ca. 500 € = 3.716 €/Jahr
- Amortisation
- ca. 9 Jahre
Strompreis-Szenarien 2026–2046
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht jährlich den durchschnittlichen Haushalts-Strompreis. Für die Amortisations-Berechnung rechnen wir mit drei Szenarien über die 20-jährige EEG-Garantiezeit:
- Konservativ (1,5 % Steigerung/Jahr): Strompreis steigt von 36 ct auf 48 ct/kWh in 20 Jahren — Amortisation der oben genannten Beispielanlagen.
- Trend (3 % Steigerung/Jahr): Strompreis steigt auf 65 ct/kWh — Amortisation 1–2 Jahre früher als oben.
- Hoch (5 % Steigerung/Jahr): Strompreis steigt auf 95 ct/kWh — Amortisation 3–4 Jahre früher.
Historischer Vergleich: Der Haushalts-Strompreis stieg in Deutschland 2005–2025 im Schnitt um 4,8 % pro Jahr— das deutet auf das mittlere bis hohe Szenario hin.
11. Technik kompakt — Module, Wechselrichter, Speicher
Modul-Technologien im Vergleich
| Typ | Wirkungsgrad | Garantie | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|---|---|
| PERC (Standard) | 20–21 % | 12 J. Produkt / 25 J. Leistung | günstig, ausgereift | auslaufende Technologie |
| TOPCon | 22–23 % | 15–25 J. Produkt / 30 J. Leistung | höherer Ertrag bei Hitze und diffusem Licht — ideal für SH | etwas teurer als PERC |
| HJT (Heterojunction) | 22,5–24 % | 25–30 J. Produkt / 30 J. Leistung | bestes Temperaturverhalten, höchste Lebensdauer | höchster Preis im Markt |
Empfehlung BSH für SH: TOPCon-Module von Trina, LONGi oder AIKO als Standard — bestes Preis-/Leistungs-Verhältnis mit überdurchschnittlich gutem Schwachlicht-Verhalten. HJT (z. B. Meyer Burger) für Premium-Anlagen mit beengten Dachflächen und 30+ Jahren Investitionshorizont.
Wechselrichter — Hybrid, String oder Mikro?
| Typ | Einsatz | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|---|
| String-Wechselrichter | PV ohne Speicher / klare Dächer | günstig, ausgereift, Top-Wirkungsgrade | Speicher-Nachrüstung erfordert AC-Kopplung |
| Hybrid-Wechselrichter | PV + Speicher in einem Gerät | ein Gerät für PV/Speicher, beste Effizienz, Notstrom-fähig | Speicher muss zum WR passen |
| Mikro-Wechselrichter | Teilverschattung, komplexe Dächer | modulgenaues Monitoring, kein Single-Point-of-Failure | höherer Preis und Wartungsaufwand |
Stromspeicher — LFP vs. NMC vs. Salzwasser
| Technologie | Zyklen | Brandsicherheit | Einsatz | Marken |
|---|---|---|---|---|
| LFP (Lithium-Eisen-Phosphat) | 6.000–10.000 | sehr sicher (kein Thermal Runaway) | Standard für Hausspeicher 2026 | BYD, Sigenergy, Huawei LUNA |
| NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) | 4.000–6.000 | thermisch anspruchsvoller | ältere Generationen, auslaufend | ältere LG, ältere Sonnen |
| Salzwasser/Natrium-Ion | 3.000–8.000 | nicht brennbar | Nische, sehr robust | BlueSky, BlueGen |
Empfehlung BSH: LFP-Speicher (BYD HVS/HVM, Sigenergy SigenStor, Huawei LUNA) sind 2026 der unangefochtene Standard für Hausspeicher — höchste Sicherheit, längste Lebensdauer, niedrigste Kosten pro kWh-Zyklus.
Sektorkopplung — PV + Wärmepumpe + Wallbox + EMS
Wer alle vier Komponenten betreibt, hebt den Eigenverbrauch typischerweise von 30 % (PV pur) auf 75–85 % — vor allem durch zeit-/wetterabhängige Steuerung. Voraussetzung: ein Energiemanagement-System (EMS), das Wärmepumpe und Wallbox priorisiert über Solarstrom lädt und mit dynamischem Stromtarif (Tibber, awattar, Octopus) gegen den Spotmarktpreis optimiert.
12. Prozess & Solarteur-Auswahl
Checkliste: 12 Fragen vor Vertragsabschluss
- Sind Sie als Elektrofachbetrieb in das Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers (SH Netz/Stadtwerke) eingetragen?
- Erfolgt die Montage durch eigene festangestellte Mitarbeiter — oder durch Subunternehmer?
- Wer übernimmt die Anmeldung beim Netzbetreiber und die MaStR-Eintragung?
- Welche Modul-Hersteller sind im Angebot — und welche Leistungsgarantie (Jahre/Prozent) bietet der Hersteller konkret?
- Welcher Wechselrichter-Hersteller (SMA, Fronius, Huawei, KOSTAL, GoodWe) — und welche Garantiezeit?
- Ist der Speicher hybrid an den Wechselrichter gekoppelt — oder AC-seitig nachgerüstet?
- Wie hoch ist der zugesicherte Jahresertrag (kWh/kWp) für meinen Standort und meine Dachausrichtung?
- Beinhaltet das Angebot ein DC-seitiges Überspannungsschutz-Konzept (Typ 1+2)?
- Wer übernimmt die Sicherheitstechnische Anmeldung beim Schornsteinfeger (falls Speicher in Wohnbereich)?
- Wird der Zählerschrank §14a-konform vorbereitet (steuerbare Verbrauchseinrichtungen)?
- Welche Wartungs- und Service-Pakete werden angeboten, zu welchen Konditionen?
- Gibt es eine vor-Ort-Begehung mit Aufmaß, oder ist das Angebot auf Datenbasis (Satellit/Foto)?
Typischer Ablauf in 6 Phasen
| Phase | Dauer | Inhalt |
|---|---|---|
| 1. Beratung & Angebot | 1–2 Wochen | Kostenlose Vor-Ort-Begehung, Heizlast-/Verbrauchsanalyse, Festpreisangebot mit detaillierter Komponentenliste |
| 2. Auftragserteilung & Planung | 1–2 Wochen | Vertragsabschluss, Elektroplanung, Statikprüfung Dach, Materialbestellung |
| 3. Netzanmeldung | 2–6 Wochen | Antrag beim Netzbetreiber, Anschlusszusage |
| 4. Montage | 1–3 Tage | Gerüstaufbau, Modulmontage, DC-/AC-Verkabelung, Wechselrichter, Speicher |
| 5. Inbetriebnahme & Zählersetzung | 2–4 Wochen | Inbetriebsetzungsprotokoll, Fertigmeldung, Zwei-Richtungs-Zähler |
| 6. Anmeldung & Übergabe | 1–2 Wochen | MaStR-Eintrag, §14a-Anmeldung, Einweisung in Monitoring-App, Garantieunterlagen |
Gesamt-Durchlaufzeit: in der Regel 8–16 Wochen von der Beratung bis zur Inbetriebnahme — die größte Variabilität liegt bei Netzanmeldung und Materiallieferzeiten.
Was passiert nach 20 Jahren?
Nach Ablauf der 20-jährigen EEG-Garantiezeit haben Anlagenbetreiber drei Optionen:
- Weiterbetrieb („Post-EEG"): Strom weiter selbst verbrauchen und Überschuss vermarkten — direkt oder über Stromhändler. Module verlieren typischerweise nur 0,4–0,5 % Leistung pro Jahr und liefern nach 20 Jahren noch ca. 85–90 % der Ausgangsleistung.
- Repowering: Module gegen neue, leistungsstärkere tauschen — auf gleicher Dachfläche oft 30–50 % mehr Ertrag möglich. Wirtschaftlich vor allem bei Speicher- und Wechselrichter-Tausch in einem Zug.
- Speicher-Nachrüstung: Falls die Anlage ohne Speicher gebaut wurde, ist 2026 jederzeit AC-seitige Nachrüstung möglich (typisch 6.000–10.000 € für 10 kWh).
Wechselrichter und Speicher haben üblicherweise eine Lebensdauer von 10–20 Jahren und werden während der 20-jährigen EEG-Phase mindestens einmal ersetzt — diese Wartung ist in den Beispielrechnungen konservativ berücksichtigt.
13. Glossar
kWp (Kilowatt peak)
Nennleistung einer PV-Anlage unter Standard-Testbedingungen (1.000 W/m², 25 °C, AM 1,5). 10 kWp Modulfläche ≈ 50–55 m² mit aktuellen Modulen.
kWh (Kilowattstunde)
Energiemenge. 1 kWh = Verbrauch von 1.000 W über 1 Stunde. Eine 10-kWp-Anlage in SH liefert ca. 9.500 kWh/Jahr.
Globalstrahlung
Summe aus direkter und diffuser Sonneneinstrahlung auf eine waagerechte Fläche, in kWh/m² pro Jahr. In SH 1.015–1.065 kWh/m².
Eigenverbrauchsquote
Anteil des PV-Stroms, der direkt im Haushalt verbraucht wird. Typisch 30 % ohne Speicher, 60–70 % mit Speicher.
Autarkiegrad
Anteil des Strombedarfs, der aus PV + Speicher gedeckt wird. Typisch 60–75 % bei sachgerechter Dimensionierung.
MPPT (Maximum Power Point Tracker)
Schaltung im Wechselrichter, die den optimalen Arbeitspunkt der Module dynamisch sucht — mehrere MPPTs ermöglichen unterschiedliche Strings.
String
Reihenschaltung mehrerer Solarmodule, die gemeinsam an einen MPP-Tracker angeschlossen sind.
Volleinspeisung
Variante, bei der der gesamte erzeugte Strom ins Netz eingespeist wird (höhere Vergütung, kein Eigenverbrauch).
Teileinspeisung (Überschusseinspeisung)
Standardvariante: Eigenverbrauch zuerst, Überschuss wird ins Netz eingespeist.
Direktvermarktung
Vermarktung des Stroms am Strommarkt statt EEG-Festvergütung — Pflicht ab 100 kWp.
MaStR (Marktstammdatenregister)
Behördliches Register der Bundesnetzagentur für alle Strom- und Gaserzeugungsanlagen. Pflichteintrag binnen 1 Monat nach Inbetriebnahme.
§14a EnWG
Regelung für steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpe, Wallbox, Speicher ≥ 4,2 kW) — Dimm-Recht des Netzbetreibers gegen reduziertes Netzentgelt.
EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)
Bundesgesetz, regelt u. a. Einspeisevergütung, Garantiezeit (20 Jahre) und Degression.
EWKG
Energiewende- und Klimaschutzgesetz Schleswig-Holstein. §26 regelt die PV-Pflicht für Neubauten.
Hybrid-Wechselrichter
Wechselrichter, der PV-Module und Batteriespeicher in einem Gerät verwaltet — höhere Effizienz, Notstrom-fähig.
LFP (Lithium-Eisen-Phosphat)
Akku-Chemie für Stromspeicher. Vorteile: hohe Sicherheit (kein Thermal Runaway), 6.000–10.000 Zyklen, lange Lebensdauer.
TOPCon
Modul-Technologie (Tunnel Oxide Passivated Contact), 22–23 % Wirkungsgrad, bessere Performance bei Hitze und diffusem Licht.
HJT (Heterojunction)
Modul-Technologie mit kristallinen und amorphen Schichten, 22,5–24 % Wirkungsgrad, beste Temperaturkoeffizienten.
Notstrom / Ersatzstrom
Notstrom = manueller Inselbetrieb bei Netzausfall; Ersatzstrom = automatische Umschaltung über Backup-Box (ca. 1–3 Sek. Lücke).
Sektorkopplung
Verknüpfung Strom + Wärme + Mobilität (PV + Wärmepumpe + Wallbox) über ein Energiemanagementsystem zur Maximierung des Eigenverbrauchs.
Häufige Fragen
Wie viel Strom produziert eine 10-kWp-PV-Anlage in Kiel pro Jahr?
Eine sachgerecht ausgelegte 10-kWp-Anlage in Kiel produziert pro Jahr rund 9.300–9.800 kWh (Globalstrahlung 1.040 kWh/m², spezifischer Ertrag ca. 930–980 kWh/kWp). Quelle: DWD-Strahlungsklimatologie sowie Auftragsdaten Baltic Smart Home 2023–2025.
Welcher Netzbetreiber ist in Lübeck zuständig?
In Lübeck ist die TraveNetz GmbH für den PV-Anschluss zuständig, nicht SH Netz. TraveNetz ist eine Tochter der Stadtwerke Lübeck.
Wie lange dauert die PV-Anmeldung in Schleswig-Holstein?
Vom Anmeldeantrag bis zur Zählersetzung dauert es bei SH Netz typischerweise 4–6 Wochen, bei Stadtwerk-Netzen wie Kiel, Lübeck oder Flensburg 4–8 Wochen für Anlagen bis 30 kWp.
Lohnt sich Photovoltaik in Schleswig-Holstein überhaupt?
Ja. Schleswig-Holstein liegt mit 1.015–1.065 kWh/m² pro Jahr Globalstrahlung etwa 20 Prozent unter den Spitzenwerten Süddeutschlands, aber deutlich über der Wirtschaftlichkeitsschwelle von ca. 850 kWh/kWp. Eine Standard-Anlage amortisiert sich in Schleswig-Holstein in 9–12 Jahren.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026 für eine 10-kWp-PV-Anlage?
Für eine 10-kWp-Anlage mit Inbetriebnahme zwischen 1. Februar und 31. Juli 2026 beträgt die Vergütung 7,78 ct/kWh bei Teileinspeisung und 12,34 ct/kWh bei Volleinspeisung. Die Vergütung ist über 20 Kalenderjahre garantiert.
Gibt es 2026 eine Landesförderung für Photovoltaik in Schleswig-Holstein?
Nein, eine direkte Landes-Zuschussförderung für PV-Anlagen auf Privathäusern gibt es 2026 nicht. Nutzbar sind KfW 270 als Kredit, IB.SH-Landesdarlehen ab 1,1 Prozent sowie kommunale Programme in Lübeck, Flensburg und Geesthacht. Das Kieler Programm wurde für 2026 ausgesetzt.
Muss ich für eine PV-Anlage 2026 Mehrwertsteuer zahlen?
Nein. Seit 1. Januar 2023 gilt der Nullsteuersatz auf Lieferung und Installation von PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden nach §12 Abs. 3 UStG. Der Endkundenpreis enthält keine Umsatzsteuer.
Gilt in Schleswig-Holstein eine Solarpflicht?
Ja. Seit dem 29. März 2025 gilt nach §26 EWKG eine PV-Pflicht für Neubauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden sowie für Nichtwohngebäude bei Dachsanierungen über 10 Prozent Fläche. Für Wohngebäude im Bestand besteht keine Pflicht. Die Übergangsfrist endete am 29. März 2026.
Was ist die §14a-Pauschale für Wärmepumpe und Wallbox?
§14a EnWG gewährt für steuerbare Verbrauchseinrichtungen wahlweise eine pauschale Netzentgelt-Reduktion (Modul 1, 110–190 Euro pro Jahr und Gerät) oder eine prozentuale Reduktion auf 40 Prozent des Arbeitspreises (Modul 2). Modul 2 ist mit dynamischen Tarifen kombinierbar.
Was passiert, wenn ich meine PV-Anlage nicht im Marktstammdatenregister eintrage?
Bei Versäumnis der MaStR-Eintragung (Frist: 1 Monat nach Inbetriebnahme) entfällt die Einspeisevergütung für die gesamte Versäumnisperiode. Zusätzlich kann ein Bußgeld bis 50.000 Euro verhängt werden.
Quellen
- DWD — Globalstrahlungskarten, 30-jährige Mittel
- DWD — Klimabilanz Strahlungsjahr 2025
- SH Netz — PV-Anmeldung & Einspeisung
- SH Netz — Fertigmeldung bis 30 kWp
- Bundesnetzagentur — EEG-Vergütungssätze
- EEG 2023 (§25 Garantiezeit, §49 Degression, §21 Direktvermarktung); UStG §12 Abs. 3; EStG §3 Nr. 72; EnWG §14a
- IB.SH — Landesförderprogramme
- Land Schleswig-Holstein — FAQs EWKG (PV-Pflicht)
- Marktstammdatenregister (BNetzA)
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